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70 Jahre Doppel-Helix

Am 25. April 1953 veröffentlichten Francis Crick und James Watson ihre Erkenntnisse über die Doppelhelix-Struktur der molekularen Erbinformationen und hatten damit den Schlüssel zur Lösung eines Jahrtausende alten Rätsels geliefert. Die Hilfshypothese „Gott“, die Darwin schon zweifelhaft erschien, konnte nun in diesem Bereich vollends entfallen. Der Evolutionsbiologe Richard Dawkins wurde ein überzeugter Verfechter gottfreier Weltbetrachtung. Das bereitet nun manchen konservativen Physikern, die in Grenzbereichen der Natur forschen, ein starkes Unwohlsein . Albert Einstein, dem die Vorstellung eines persönlichen Gottes fremd war, nannte sein Staunen über die Welt: „kosmische Religiosität“. Dem würde sicher auch Dawkins zustimmen können, wenn er vielleicht auch nicht, wie Einsteins Lieblingsphilosoph Spinoza, die Natur mit „Gott“ gleichsetzen würde. Gänzlich unzufrieden mit Dawkins ist der emeritierte Experimentalphysiker Gerd Ganteför (Video). Er hält Dawkins Angriffe auf den Gottesglauben für ungehörig und kulturfern, obwohl sich die letzten Unerklärlichkeiten – z.B. Verschränkung oder Dunkle Energie – kaum als Gottesbeweis zu 1. Sam. 15,3 eignen.

Wörtervergleich Sumerisch-Tibetisch (S.S.)

Deutsch Sumerisch Tibetisch
Körper / Person kuš / lu lus / kho
Kopf / Nase saĝ shangs, sna
Kopf ugu2 mgo
Nacken gu ske
Haar / Kopfhaar siki skra
Haar munsub spu
Gesicht muš mig
Schlange / Eidechse muš
smig bu
Auge igi mig
Mund ka kha
Zahn zu
so
Wissen zu shes
Zunge / akk. lišanu? eme lce
Hand šu sug > 手
Hand / Flügel silig lag pa / gshog pa
Hand / Finger kišib mdzub mo
Finger šu si sor
Bein / Arm pah phyag
umhüllen/Haut pag pags pa
Herz šag snying
Garten / Erde sar sa
Berg, hoch / Berg kur, iri ri
Dorf, Weiler gurum grong
Haus e, ĝa khang
Tür, Tor ka(n) sgo
Axt / Stößel dun gtun
Hammer dun tho ba
Axt dur sta re
Pfeil ti mda‘
Seil zag thags
weben tuku5 ‘thag pa
Stoff, Tuch šar ras
Kugel / Knauf, Ring ellag a long
Sonne / Licht ud ‘od
Himmel / oben an yan
hoch, oben anta mtho
hoch / Himmel nim gnam
Fliege / Grille nim nyam
Gedanke nam nyams
Mittag / Nacht anbar nam bar
Nacht / Frühe ĝi snga
Stern / hell mul, ul yel yel
Regen sur char
Kanal, Graben sur gshor
Wasser a, eš chu
Wind lil, ulu rlung
Erz / Stein urutu rdo
tragen / Weg la lam
brennen, entzünden bar ‘bar, sbar
Hitze izi tsʰa
brennen, Feuer ma5 me
Feuer / Herd tab thab
Asche didal thal rdul
Baum, Holz ĝish shing
Baumstamm ildag sdong
Wurzel, Vene ur rtswa
Saat še numun sa bon
Zwiebel šum tsong
geben/Handel šum tsʰong
schlachten šum bsha ba
Fleisch zu, uzu sha
Fisch ku6 nya
fliegen baraš ‘phur ba
Huhn, Vogel buru bya
Sommer buru dbyar
Kuh ab ba
Horn u2, si rwa
Schwanz kun rnga ma
Ziege durah ra ma
Hund ur[ki] kʰyi
Name mu ming
Mann, Person nu, lu mi
Frau munus ma
Vater a’a, ata a ta
Mutter ama a ma
ält. Bruder šeš a co
ält. Schwester šeš a che
Gatte / Gelöbnis dam dam
Held gud gyad > 傑
Graben, Kanal sur gshor
regnen/feucht sur gsher
heiß / trocken kam skam
Winter/Frost sed4 sad
schwer dugud ljid
weiß, hell kur dkar
schwarz gig nag po
ein(s) ash, dish gcig
zwanzig niš nyi shu
wann menam nam
viele mah mang
alle dagan gang, ts’ang
essen zu gub zo
trinken/hinein naĝ nang
liegen / schlafen nud gnyid
s. legen / müde ĝal ngal
sitzen tuš ‘dug
gib! tuku gtong
sterben shi
töten ug/si gsod pa
eintreten¹ / gehen kur ‘gro ba
eintreten² / ging(en) sun5 song ba
Messer ĝiri gri
Fuß, folgen / mitgehen ĝiri ‘kʰri (arch.)
bewegen / wegführen ĝiri bad ‘kʰrid (arch.)
Sitz / (Thron-)Sessel ĝiri kʰri
gehen¹ / laufen du ‘dur ba
kommen gana ‘ong
hören ĝeštuku thos pa
ich ĝa nga
Person / er, sie kuš kʰo
wir menden nga tang
nicht nu min / med
gelb, golden sisi ser
rund / Zelt gur gur
Wildesel kunga rkyang
Esel / Pferd dur rta
Frosch bil2-za sbal
Pappel asal gshol po
Wildgans kur-gi ngang pa
Wurm / Insekt mar di mar
Wurm / Insekt šaran srin bu
Grasland sug sog
stehen / häufen sug2 sog pa
Halm, Stroh sug4 sog ma
leer(en) sug4 shong ba
geben / treffen sug6 sog pa
Enkel / Kind peš byis
Maus peš byi ba
drei / komplett peš spyis

Das Kloster Cismar und die Basilika Altenkrempe

Sigmar Salzburg

Im Juli 2017 konnte ich mit dem Kieler Kulturverein „Historische Landeshalle“ an einer Exkursion zu bedeutenden Kulturbauten auf der schleswig-holsteinischen Halbinsel Wagrien teilnehmen: Gut Hasselburg, Kloster Cismar und die Altenkremper Kirche. Es war zugleich eine Rückkehr zu Stätten meiner Jugend. Im Gebäude des Klosters Cismar bin ich von 1951-1955 zur Schule gegangen, und 1962 habe ich mit einer Kommilitonin im Rahmen des Architekturstudiums eine vollständige Bauaufnahme der Altenkremper Basilika gemacht.

Das Kloster Cismar war um 1200 als Außenstelle des Lübecker Klosters gegründet worden. Anlaß waren angeblich unsittliche Zustände unter den Mönchen und Nonnen in Lübeck. Zugleich sollte die Christianisierung der in Wagrien lebenden Slawen vorangetrieben werden. Der Chronist Helmold von Bosau (ca. 1120-1170) bezeichnete die Gegend als „spelunca latronum“, Räuberhöhle. Die Attraktivität des Klosters wurde gesteigert durch etliche Reliquien, die in einem Schrein aufbewahrt wurden, der heute als ältester Flügelaltar Deutschlands erhalten ist.

Nach der Reformation war Johannes Stricker ab 1561 Pastor in Cismar und übernahm 1575 das Pastorat seines Geburtsortes Grube dazu. Das Pastoratshaus von 1569 habe ich noch an seinem richtigen Standort erlebt (jetzt im Freilichtmuseum bei Kiel). Stricker mußte 1584 nach Lübeck fliehen, weil er den Lebenswandel des Adels angegriffen hatte. Eine Frucht dieser Auseinandersetzung wurde sein mittelniederdeutsches Bühnenstück „De düdesche Schlömer“, der das bekannte Jedermann-Thema vorwegnimmt. Heute ist es ein Denkmal der niederdeutschen Sprachgeschichte. Auch der Name des Verlegers, Johann Balhorn, läßt aufhorchen.

Das Kloster Cismar wurde, säkularisiert, zur Hälfte mit eingezogenen Geschossen als Amtsgebäude verwendet, der Altar überlebte die Verwendung des Kirchenraums als Kuhstall. Nach dem Kriege wurden die Räume des zweiten Obergeschosses für den Schulunterricht des Gymnasiums Oldenburg genutzt. In die Mitte des Klosterhofs war als „Friedenseiche“ eine Kastanie gepflanzt worden, die ich noch als dünnes Zweiglein in Erinnerung habe und die jetzt ein stattlicher Baum mit einem beträchtlichen Stammumfang ist.


Eigenes Werk von Gurkentee, CC BY-SA 2.0 de, commons.wikimedia
Cismar Kloster im Januar 2006

Etwa 20 km südwestlich von Cismar liegt der kleine Ort Altenkrempe. Er besteht heute nur aus wenigen Häusern und wird von der spätromanischen Kirche in rotem Backstein überragt. Sie ist eine Basilika mit einem massiven Turm, aber ohne Querschiff. Das Gebäude ist wohl kurz vor 1200 mit dem Chor begonnen worden, dessen Fenster mit ihren Spitzbögen schon den Übergang zur Gotik andeuten. Am Anschluß zum Langschiff befinden sich noch alte Fachwerkreste. Die paarigen Fenster lassen darauf schließen, daß von Anfang an eine Überdeckung mit Steingewölben geplant war.

Was mich bei der Bauaufnahme erstaunte war, daß die ursprüngliche Einmessung des Grundrisses eher nach Augenmaß erfolgt sein mußte, wie die Abweichungen der Säulenstellungen vom Schema ergaben. Das Gebäude ist fast noch im Urzustand erhalten. Die innere Ausstattung aus späterer Zeit wurde schon bei der ersten Renovierung um 1900 entfernt.


Holger.EllgaardEigenes Werk, CC-BY-SA 4.0
Basilika Altenkrempe

Pompeji. Götter, Mythen, Menschen

Sigmar Salzburg

In Hamburg lief bis zum 11. Januar 2015 im Bucerius Kunst Forum die Ausstellung „Pompeji. Götter, Mythen, Menschen“. Gezeigt wurden vor allem originale Wandfresken, die einst bis zum Ausbruch des Vesuvs die Villen und Wohnhäuser der römischen Kleinstadt schmückten.

Ich konnte die Ausstellung mit den Kieler Freunden der Antike unter der sachkundigen Führung von Peter Petersen besichtigen. Die Fresken sind Ende des 19. Jahrhunderts aus den Wänden herausgesägt worden und daher auch in ihren Farben erhalten geblieben. Die hier gezeigten stammen aus der größten Villa, der sogenannten Casa del Citarista, die L. Popidius Secundus, einem Freigelassenen, gehörte. Er selbst besaß noch kein Bürgerrecht, sondern erwarb es indirekt, indem er seinen sechsjährigen Sohn in den Stadtrat aufnehmen ließ.

Das Bucerius Kunstforum wirbt für die Ausstellung mit dem Bild eines geflügelten jungen Mannes, der von zwei Eroten begleitet wird. Er stellt den Frühlingswind Zephyr dar, der sich hier der schlafenden Chloris oder Flora vom Himmel herab nähert. Eine ebenfalls vollkommene Bronzefigur ist das Standbild des Apoll fast in Lebensgröße, die der Villa ihren Namen gegeben hat. Er hat vermutlich in der linken Hand eine Kithara gehalten, während in der rechten ein massives Plektrum zum Anschlagen der Saiten erkennbar ist. Zum Luxus gehörten auch (nicht erhaltene) Bücher, die sogar im Eßraum oder im Bad bereitgehalten wurden.

Das Lesen war auch Thema der folgenden Sitzung der Antikenfreunde. Hier ging es um entsprechende Texte von Augustinus und Seneca. In „De Tranquillitate Animi“ rügt Seneca, daß manche Neureiche ihre Bücher nur zur Dekoration ihrer Eßzimmer benutzen und mahnt, daß man nur soviel Bücher besitzen solle, wie man auch lesen kann. Die Erwähnung der Bibliothek von Alexandria (9,5) erinnert daran, daß nur ein kleiner Teil der antiken Literatur die Machtergreifung des Christentums überlebt hat.

Noch zur Hamburger Ausstellung: Der Windgott Zephyros ist auf dem pompejanischen Wandbild als stattlicher junger Mann dargestellt, der sich der schlafenden Chloris vom Himmel herab nähert. 1400 Jahre später sind die beiden auf dem Bild „Primavera“ von Botticelli zu finden. Zephyr ist dort ein eher faunenhafter Luftgott, der die Nymphe verfolgt, um sie zu seiner Frau zu machen. Bei Ovid sagt sie dazu, sie sei zur lateinischen Flora geworden. Vielleicht hat Botticelli tatsächlich dieselbe noch einmal daneben als blumenübersäte Frühlingsgöttin abbilden wollen. Die Renaissance hat nun, ohne es zu wissen, in der Darstellung der Frauen eine Leichtigkeit gewonnen, die die Antike übertroffen hat.

Nochmals 150 Jahre weiter ist die Freude über die Rückkehr des lauen Frühlingswinds von Claudio Monteverdi vollendet in Musik gesetzt worden: „Zefiro torna“, nach einem Sonett von Rinuccini: Man hört den Wind und sanfte Wellen, und wie er murmelnd im Laub die Blumen zum Tanzen bringt, die Lieder von Chloris und Phyllis, ihr Echo in den Bergen und den Tiefen der Täler und Grotten. Am Schluß bleibt dem Dichter eine unerfüllte Sehnsucht, die ihn bald leiden, bald singen läßt. Das Stück ist ein Zwiegesang über einem zweitaktigen Ostinato, eine Chaconne. Die Interpreten dieser Aufnahme sind Nuria Rial und der Contratenor Philippe Jaroussky, sowie ein Instrumentalensemble, das auch die Versübergänge ritornellartig ausfüllt.

(Eine näher am Notentext orientierte, weniger ausgeschmückte Interpretation ist diese.)

Leicht bearbeitet zuerst eingetragen in nachrichtenbrett.de November 2014

Erwerb der Hamburgischen Staatsbürgerschaft 1847

von Sigmar Salzburg

Kürzlich hielt ich im Hamburgischen Staatsarchiv die Bürgerakte mit den Einbürgerungsprotokollen in Händen, durch die auch einer meiner Vorfahren Hamburger Bürger wurde.

Fol. 617

Praemissis praemittendis deponirte Comparent:

1) Name und Alter? Jens Jensen
2) Religion? luth.
3) Geburtsort? Hadersleben
4) Wie lange er in Hamburg und wo er wohne? 7 Jahre, Valentinskamp Hof 87
5) Bey welchem Lehr- und Brodtherren derselbe gewesen,
und womit er sich ernähret? die Tischlerprofession erlernet
6) Warum er seinen Geburtsort verlassen?
7) Ob und wie lange er verheyrathet, ob seine Frau noch am Leben,
und wie viele Kinder er habe, und von welchem Alter? oder nein
8) Ob er sich zu verheyrathen willens? ja
9) Auf welches Geschäft er Bürger zu werden willens? als Tischlermeister
10) Ob er im Stande sey, mit diesem seinem Geschäfte eine Familie zu ernähren? ja

a) Beistand Namens: Joach. Chr. Fried. Zach. Runge vigore Bürgerzettel de dato 7. July 1826
Bürger declarirt auf seinen geleisteten Eyd, daß seines Wissens obiger Comparent in allen Dingen die Wahrheit angegeben
habe, und daß er, Beistand, ihn hinlänglich kenne, um dies bezeugen zu können, und deponirt über ihn noch wie folgt:
er kenne ihn 2 Jahre

b) Sonstige Beweise

Comp prod
b) Taufschein geb. Hadersleben 9 April 1817
2) Militairfreischein aa Hadersleben d 27 Dec 1845
3) Entlassungsschein aa Hadersleben d 17 Juny 1847
4) Polizeischein
5) Attest vom H. Aeltermann des Tischleramtes
6) Bescheinigung vom Roll
[Impfarzt in Haderslev]

Resolutio: Zugelassen

Actum d. 23 Juny 1847

Zuerst eingetragen bei nachrichtenbrett.de 12.06.2013